Süchte und andere Versuchungen

am 19. April 2016 habe ich einjähriges Nichtraucherjubiläum.

Das ist für mich ein Anlass zur Freude, denn lange war ich von dieser Sucht besessen. Man muss sich ja bewusst machen, dass man regelrecht fremdgesteuert wird.

Beim Aufwachen der erste Gedanke war die Zigarette und beim Schlafengehen war dies der letzte Gedanke. Eigentlich hat sich das ganze Leben um die Suchtbefriedigung gedreht. Fragen wie:  habe ich genug Zigaretten dabei, wann und wo kann man rauchen, Feuerzeug einstecken? Ich wurde unruhig, wenn das Wochenende kam und meine Vorräte nicht entsprechend groß waren. Das alles hat mich ganz schön gestört und genervt. Doch, wie auch viele andere Menschen kommt man ja nicht so leicht davon los, und man hat auch Angst, das Gesicht zu verlieren, wenn man das mit dem Aufhören nicht hinbekommt, sich ein Versagen eingestehen muss.

Das Umfeld belächelt dich, egal was du tust. Du willst mit dem Rauchen aufhören? Das schaffst du eh nicht. Solche und andere Sprüche bekommt man zu hören.

Ich hatte dann auch mal diese E-Zigarette getestet. Das hat zwar funktioniert, es gab da ja auch Nikotin-Aroma in unterschiedlichen Dosierungen. Aber irgendwie hat sich das nicht echt angefühlt im Kopf. Und ob das so gesund ist, wie es angepriesen wurde ist ja auch fraglich.

Also habe ich fleißig weitergeraucht. Bis zu dem Tag, der alles änderte. Ich sagte zu meinem Mann, heute höre ich auf zu rauchen, und er entsetzt: naja, dann rauch mal noch eine und dann die Letzte. Ich sagte ihm, die letzte habe ich eben schon geraucht. Oh Gott, wie der mich angeschaut hat….

Ich kann es eigentlich immer noch nicht glauben, dass ich das geschafft habe, ganz ohne fremde Hilfe, keine Nikotin-Ersatzstoffe, keine Hypnosesitzung und bisher noch kein einziger Rückfall und vor allem gar kein Verlangen mehr danach.

 

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Autor: nur ein Leben

meine Heimatstadt ist Magdeburg an der Elbe. Dort habe ich viele Jahre meines Lebens verbracht. Seit über 10 Jahren bin ich jetzt in Frankfurt, ich habe Heimweh bekommen. Erst war ich froh, dass ich aus Magdeburg weg war. Alles öde und langweilig. Ich fühle mich einsam in Frankfurt, keine alten Freunde aber auch keine neuen Freunde, nur Bekannte eben. Alles ist hier mißtrauischer, vielleicht ich auch, man lässt keinen an sich heran. Vertrautheit fehlt mir, zusammen abends in der Küche sitzen und Tee trinken, stundenlang klönen und Probleme wälzen. Gemeinsam kochen und gemeinsam essen, lachen, die ganze Wohnung duftet nach Kohlsuppe, Wundersuppe zum Abnehmen. Doch man nimmt nicht ab, sie ist so lecker, dass man 2 Portionen isst. Und wieder das Lachen, man muss ja eigentlich gar nicht abnehmen. Aber sie war so lecker und das Abnehmen war nur als Alibi gedacht, weil die Wohnung stank! Jetzt ist alles anders, ich sitze alleine in der Küche, keine Freunde, kein Lachen, keine Kohlsuppe. Die Wohnung dafür dezent parfümiert mit Linari. Alles wohlgeordnet und doch fehlt etwas. Tja, das was man wirklich braucht im Leben kann man nicht mit Geld bezahlen.

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