Warum ich aus meiner Heimat wegging

tja, warum gehen Menschen aus ihrer Heimat einfach so weg, lassen alle Bekannte, Freunde und Familie zurück, ebenso die vielen Erinnerungen, Begegnungen, Gefühle und Unsicherheiten.

Meine alte Schule, 10 Jahre meines Lebens habe ich dort zugebracht. Bin gerne zur Schule gegangen, nur nicht zum Sport. Die alte dreckige Turnhalle, die Heizung war 10 Jahre lang defekt. So zogen wir uns sommers wie winters in der kalten Umkleide um, zum waschen gab es nur kaltes Wasser… Keine Handtücher, alles einfach nur primitiv und zu unwichtig für eine Investition.

Dann die Berufsausbildung, jeden Tag mit der Straßenbahn fahren. Das war man damals nicht gewohnt. Alle meine Wege konnte ich bisher zu Fuß zurücklegen. Schule, Disco, Freundinnen, Kino, Garten, alles in der Latschenzone.

Meine Arbeitsstelle nach der Ausbildung war dann wieder fußläufig erreichbar.  Auch die Bank, es gab ja nur die Sparkasse, die Apotheke, Arzt, Geschäfte, meine erste eigene Wohnung, alles so vertraut und so oft ging ich die Wege entlang.

Immer schön entlang der ausgetretenen Pfade.

Die ganze Zeit hat mich das nicht gestört, ich habe nicht einmal darüber nachgedacht, ob es vielleicht auch noch andere Möglichkeiten geben könnte.

 

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Autor: nur ein Leben

meine Heimatstadt ist Magdeburg an der Elbe. Dort habe ich viele Jahre meines Lebens verbracht. Seit über 10 Jahren bin ich jetzt in Frankfurt, ich habe Heimweh bekommen. Erst war ich froh, dass ich aus Magdeburg weg war. Alles öde und langweilig. Ich fühle mich einsam in Frankfurt, keine alten Freunde aber auch keine neuen Freunde, nur Bekannte eben. Alles ist hier mißtrauischer, vielleicht ich auch, man lässt keinen an sich heran. Vertrautheit fehlt mir, zusammen abends in der Küche sitzen und Tee trinken, stundenlang klönen und Probleme wälzen. Gemeinsam kochen und gemeinsam essen, lachen, die ganze Wohnung duftet nach Kohlsuppe, Wundersuppe zum Abnehmen. Doch man nimmt nicht ab, sie ist so lecker, dass man 2 Portionen isst. Und wieder das Lachen, man muss ja eigentlich gar nicht abnehmen. Aber sie war so lecker und das Abnehmen war nur als Alibi gedacht, weil die Wohnung stank! Jetzt ist alles anders, ich sitze alleine in der Küche, keine Freunde, kein Lachen, keine Kohlsuppe. Die Wohnung dafür dezent parfümiert mit Linari. Alles wohlgeordnet und doch fehlt etwas. Tja, das was man wirklich braucht im Leben kann man nicht mit Geld bezahlen.

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